Silver Linings – Wenn Du mir, so ich Dir

Mit „Silver Linings“ liefert Hollywood vor allen Dingen eines: eine gehörige Portion Optimismus nämlich. David O. Russell, den man vielleicht von „I ♥ Huckabees“ oder „The Fighter“ kennt, hat hier einen Film gezaubert, der insgesamt recht nett anzuschauen ist, am Ende aber doch eher mittelmäßig bleibt.

Vollendeter Mainstream

Den Titel nimmt O. Russells neuester Streich zunächst einmal von einem bekannten englischen Sprichwort, das auch hierzulande ganz gern zitiert wird: „Every cloud has a silver lining“. Was uns diese Phrase sagen will ist: Auf jeden Regen folgt wieder Sonnenschein – immer optimistisch bleiben also! „Silver Linings“ spielt in Philadelphia und erzählt die Geschichte des manisch-depressiven Lehrers Pat, gespielt von Bradley Cooper. Nachdem er frisch aus der Anstalt entlassen wurde, hat er nur noch eines im Sinn: optimistisch durchs Leben zu schreiten, egal was komme. In der Anstalt gelandet war er indes, weil er den Liebhaber seiner Frau krankenhausreif geprügelt hat. Dieser hat inzwischen eine einstweilige Verfügung gegen ihn eingeleitet, was Pat aber nicht weiter beeindruckt. Und überhaupt: Wenn er nicht gerade seine Faust sprechen lässt, dann läuft er in einem Müllsack durch die Stadt oder singt des nachts lautstark Lieder.

 

De Niro in einer seiner besten Rollen

Neben der Figur des Pat brilliert vor allem auch Robert De Niro als dessen Vater. Er ist seinem Sohn ähnlicher, als er es vielleicht glauben mag. Verschroben ist er jedenfalls allemal: In seiner Freizeit fliegt er dann und wann aus dem Football-Stadion, weil er sich als fanatischer Fan in diverse Ausschreitungen verwickelt, oder aber bastelt daheim an Büchern. Pats Mutter ist auf ihre Art ebenfalls skurril und als dann noch die seelisch angeknackste Witwe Tiffany hinzukommt, ist der Reigen komplett. Insgesamt changiert O. Russells Film zwischen Momenten der Euphorie und der Melancholie – genau wie seine Protagonisten. Das könnte ein Lob sein, wirkt hier aber zu schablonenhaft und plakativ und bleibt so leider nur eines der vielen Werke aus der Traumfabrik.

Bildquelle: pixabay.com

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